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Gedanken zum Ende des Kirchenjahres

Grußwort von Pastorin Anke Andersson

Liebe Gemeinde,

"Wein' doch nicht" - so tröstet eine Mutter ihr Kind. "Es wird doch alles wieder gut."

Oft ist das auch der Fall - aber was ist, wenn das für uns so nicht stimmt? "Wein' doch nicht" - das ist oftmals eine vergebliche Aufforderung. Zumindest wenn wir aus dem Kinderalter heraus sind. Unsere Tränen lassen sich durch Worte nicht verhindern.

Gerade im grauen Herbst erinnern auch wir in unseren Kirchen an die Menschen, die wir verloren haben, wir weinen um die, die uns lieb waren und von uns gegangen sind. Wir weinen um alle Hoffnungen und Träume, die wir gemeinsam mit ihnen verloren haben. Wir sind erschöpft und wütend - unsere Tränen sind eine Reaktion auf beides. Die Erinnerungen sind schmerzhaft, gleichzeitig aber auch berührend und unerwartet heilsam. Und dann ist da auch Gott - Gott, der unsere Tränen sieht und unsere Tränen trocknet.

Zu Hiskia, dem weinenden und kranken König von Juda, sagt Gott: "Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich heilen." Tränen - sie fließen aus unserem Herzen, aus unserer Seele. Deshalb erreichen sie Gott. Ohne Umwege. Ganz direkt. Unser Gott ist ein leidenschaftlicher Gott, der sich anrühren und von unserem Leiden bewegen lässt. Und immer ist da die Hoffnung, dass Gott einmal alle Tränen trocknen wird, so wie es im letzten Buch der Bibel, nämlich in der Offenbarung heißt: "Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein."

Mögen Sie diese heilsame Nähe Gottes immer spüren und so behütet und hoffnungsvoll durch diese herbstlichen Lebenszeiten hindurch kommen. Dazu wünsche ich Ihnen Gottes Segen und grüße Sie herzlich.

Ihre Pastorin Anke Andersson