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Gedanken im Sommer

Grußwort von Pastor Andreas Wegenhorst

Liebe Gemeinde,

Leben auf dem Lande, wie es am schönsten ist: das war es, was wir am letzten Samstag auf unserer Gemeindewanderung erlebt haben. Gar nicht so weit entfernt von Hohn: an der Treene und im wilden Moor.

Ein frischer, freundlicher Himmel wölbte sich über der grünen Landschaft. Am Wegesrand blühten Wiesenkerbel, Hahnenfuß und Ehrenpreis. In die Stimmen der Wiesenvögel mischte sich hier und da der Ruf eines Austernfischers oder das knarrende Geräusch der Frösche. An der Treene lagen schwarz-bunte Kühe bedächtig wiederkäuend im Gras, während auf der anderen Seite ein Trecker vor sich hin brummte beim ersten Schnitt. Im Dorf, bei dem wir gestartet waren, gepflegte Reetdachhäuser und samstägliche Stille. Fast zu schön, um wahr zu sein!

Und so ganz wahr ist es ja auch eigentlich nicht. Oder: nur die halbe Wahrheit, die für ein paar Wanderer an einem schönen Frühlingstag. Denn ansonsten scheint sich ja schon seit langem eher etwas zusammenzubrauen über dem Leben auf dem Lande: Höfe, die aufgegeben werden, Häuser im Dorf, die leer stehen, der nächste Laden, Kindergarten, Arzt Kilometer weit weg, kaum noch Arbeit vor Ort, Vereine ohne Nachwuchs, eine Landwirtschaft, die immer größer, immer gleichförmiger, von immer weniger betrieben wird.

Ob es etwas gibt, das diese Entwicklung aufhalten kann? Oder zumindest eindämmen, anpassen, verwandeln? Ja, ich denke, das gibt es: nämlich uns selbst! Das, was wir als gut erkannt haben und uns vornehmen, worin wir Sinn und Verantwortung spüren, wo uns etwas sagt: "Das hier, das ist wichtiger als Geld, Spaß oder Zeitgemäßheit!"

Und wo wir lange eine solche Stimme nicht mehr gehört haben, wo wir unsicher geworden sind, da können wir sie wiederfinden - draußen, an einem schönen Tag in der Natur, oder auch am Sonntagmorgen in der Kirche, wo es immer wieder aufs neue heißt: "Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat."

In diesem Sinne eine gute, gesegnete Sommerzeit für uns alle!

Ihr Pastor Andreas Wegenhorst